printmedien

taz.de - 24. Juni 2011

Nicht rotierende Gastarbeiter

1961 wurde der Anwerbevertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei geschlossen. 50 Jahre danach bedankt Berlin sich bei den EinwanderInnen.

[...] Jungunternehmer Burhan Gözüakça, Inhaber der Werbeagentur BEYS, erinnerte sich [in seiner Rede] an seinen Vater. Als einer der ersten türkeistämmigen Geschäftsleute transportierte dieser nachts Waren, stand tagsüber im Laden - und starb mit nicht einmal 50 Jahren an zu viel Arbeit.

Da floss manche Träne auch bei den deutschstämmigen Gästen der Festveranstaltung, mit der sich Berlin 50 Jahre nach Abschluss des Abkommens

über die Anwerbung von Arbeitskräften zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei bei den ehemaligen GastarbeiterInnen und ihren Nachkommen bedanken wollte.

Deren Leistung "für den Aufbau der Stadt" werde "viel zu wenig gewürdigt", sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Festsaal des Rotes Rathauses, wo das Gemälde "Der Berliner Kongreß von 1878" an viel ältere deutsch-türkische Beziehungen erinnert. "Sie haben das Land bereichert, im wahrsten Sinne des Wortes. Berlin bedankt sich dafür", wandte sich Wowereit an die etwa 300 geladenen Gäste, zu denen viele VertreterInnen der ersten Generation türkischer EinwanderInnen gehörten.

Ekonomi dergisi - Mai 2011

BEYS wird grüner!

Das TDU-Mitglied BEYS marketing und media wird jetzt ein grünes Unternehmen

Ein umweltfreundliches Unternehmen versucht alles Machbare zu realisieren, um positive ökologische Wirkungen zu erzielen. Außerdem verbessert man mit einer grünen Firmenphilosophie sein Unternehmens-Image. Burhan Gözüakca von BEYS erzählt uns, mit welchen einfachen Maßnahmen das möglich war und welche Vorteile sie dadurch gewonnen haben.

„Was haben Sie bis jetzt in Ihrem Büro verändert?“                                                               „Wir benutzen nur noch Recyclingpapier oder Papier, das mit einem FSC-Zeichen versehen ist; die Qualität solcher Papiere ist äquivalent, jedoch werden nicht unnötig Bäume gefällt. Außerdem schalten wir unsere Computer ganz aus, wie sonst zu viel Strom umsonst

verbraucht wird. Im ganzen Büro sind jetzt Energiesparlampen, der Müll wird richtig getrennt und die Heizkörper werden auch sparsam benutzt. Zusätzlich fahren wir bei kurzen Strecken mit der Bahn statt zu fliegen.“

„Würden Sie auch anderen Unternehmen empfehlen grüner zu werden?“                       „Auf jeden Fall! Es bedarf keinen Umweltschützer, um unweltbewusst zu sein. Man muss an seine Mitmenschen denken und jeder Einzelne muss Verantwortung übernehmen. Es reicht nicht aus zu sagen: „Was soll schon passieren, wenn ich etwas mache?“, denn jeder Schritt zählt. Ich bin davon überzeugt, dass insbesondere Geschäftsleute hierbei eine sehr große Rolle einnehmen.“

Interview – Gülcan Nietsch (Umweltbeauftragte)  

 

 

TAGESSPIEGEL 1.05.2011

Der Mann mit der Maus

Burhan Gözüakcas Agentur entwirft Werbung für Deutschtürken. Er selbst schätzt beide Kulturen.

BEYS ist spezialisiert auf Werbung für die Zielgruppe der Deutschtürken. So betreuen Gözüakca und seine Kollegen eine PR-Kampagne, die ein größeres deutschtürkisches Publikum für dir Deutsche Oper begeistern soll.

Bei seiner Arbeit ist Gözüakca durch und durch Stratege. Umso weniger kann er verstehen, wie derzeit über Migranten debattiert wird:

„Es muss doch darum gehen, Lösungen auszuarbeiten und gemeinsam etwas zu entwickeln.“ Was passiere, sei dagegen eine „Verleumdung“ der Migranten insgesamt. Mittlerweile befinde er sich ständig in der Situation sie gegen falsche Behauptungen verteidigen zu müssen.

Als Ausnahme möchte der Unternehmer nicht wahrgenommen werden. Um ihn herum gebe es Hunderte wie ihn. „Und viele die noch besser ausgebildet sind.“

Karin Schädler

RBB Aktuell - 20.12.2010

Konsumieren Türken anders?

Am Montag legte Senatorin Katrin Lompscher einen Verbrauchermonitor vor. Neu ist, dass zum ersten Mal in einer separaten Erhebung Berliner mit türkischem Migrationshintergrund befragt wurden.

Quelle: Rundfunk Berlin Brandenburg

Anlässlich der Veröffentlichung des Verbrauchermonitors war Burhan Gözüakca Gast bei RBB Aktuell, der Nachrichtensendung vom RBB.

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=6110150



Berlin Maximal - Dezember 2010

Kundschaft der Zukunft - von Sarah Kramer

Die meisten Unternehmen sind kaum auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingestellt

„Für die Wirtschaft bergen die kulturellen Eigenheiten bestimmter Bevölkerungsschichten ein riesiges Potenzial“, sagt der Berliner Unternehmer Burhan Gözüakça. Seine Firma Beys Marketing & Media betreibt seit mehreren Jahren „Ethnomarketing“ und ist nach eigenen Angaben Marktführer auf diesem Gebiet: Das Unternehmen entwickelt Marken, Produkte und Werbekampagnen, die sich an Menschen mit Migrationshintergrund richten.

Gözüakças Hauptzielgruppe sind Deutschtürken. Für Gözüakça ist klar, dass es vor allem Vorurteile sind, die deutsche Unternehmer auf Ethnomarketing verzichten lassen – und Angst vor fremden Kulturen. „Das ist ein Problem der Gesellschaft, aus wirtschaftlicher Sicht ist dieses Verhalten Unsinn“, sagt er. „Es hilft aber nichts, den Kopf in den Sand zu stecken“, sagt der Marketingexperte. „Unsere Gesellschaft verändert sich, und die Betriebe müssen sich auf Migranten als Zielgruppe und ihre Bedürfnisse einstellen.“

Videomarkt 12-2010

Ethnomarketing im Filmgeschäft - Was guckst du?

Aber auch Komödien und Actionfilme kommen gut an. Vielleicht auch deshalb sind Bollywoodfilme, die diese drei Genres oft miteinander verbinden, traditionell
bei vielen Türken beliebt.“ Burhan Gözüakça, Geschäftsführer der Agentur BEYS,
ergänzt: „Filme mit urbanen Themen kommen immer gut an. Wenn die eigene Le benssituation reflektiert wird, also ein Underdog als Held zur Geltung kommt, sitzt die deutsch-türkische Jugend in der ersten Reihe.“

So sei auch der Erfolg von „Gegen die Wand“ und „Kebab Connection“ zu erklären. Einen Lieblingsfilm hat er auch: „Wenn es um die kulturelle Vielfalt geht: My Big Fat Greek Wedding. Mein Schwiegervater hätte die Rolle des Brautvaters mit gleicher Überzeugungskraft spielen können. Es ist köstlich, wie sich die Probleme zwischen den Kulturen in den USA und auch in Europa doch gleichen.“

Tagesspiegel 5.9.2010

Voll Integriert

Mit Brücken zwischen Kulturen kennt sich auch Burhan Gözüakca aus. Als Kind lebte er in Deutschland, dann einige Jahre in der Türkei. Mit 15 Jahren kehrte er nach Berlin zurück. Er blieb und gründete 1998 die Werbeagentur Beys, die auf 

Ethno-Marketing spezialisiert ist. Seine Firma will zwischen beiden Kulturen vermitteln und arbeitet für Institutionen und große Konzerne. Jüngstes Projekt: Werbung für die Deutsche Oper in Berlin, die gezielt Migranten ansprechen soll.

Tagesspiegel 04.09.2009

Hier denkt man türkisch

Zielgruppe im Blick: Werbeagentur Beys weiß, wie man Deutschtürken erreicht
Von Katja Gartz

Enthält eine Geflügelwurst Schweinefleisch, wird sie von türkischstämmigen Bürgern nicht gekauft. Genauso wenig ansprechend finden diese ein Navigationsgerät, dass allgemein auf 32 Länderkarten verweist. Würde auf dem Gerät ausdrücklich eine

Türkeikarte erwähnt, wäre ihr Interesse ungleich größer. Burhanettin Gözüakça, der 1998 mit einem Geschäftspartner die Marketing- und Medienagentur Beys gründete, weiß, wie türkische Migranten zu erreichen sind. Er selbst ist in der Türkei geboren, dort und in Baden-Württemberg aufgewachsen  und seit über 20 Jahren in Berlin zu Hause. „Wichtig ist, die Kultur zu respektieren und zu verstehen“, sagt der 37-Jährige.

Financial Times Deutschland 16.06.2008

Ethno-Werbung spricht Kunden auf Türkisch an

PR-Strategen zielen auf das Lebensgefühl der Einwanderer

Unternehmen, die türkische Kunden gezielt ansprechen wollen, bedienen sich dazu meist der Hilfe einer auf Ethno-Marketing spezialisierten Agentur wie Tulay und Partner in München, Erk Güner oder Beys in Berlin.

Die Spezialisten wissen nicht nur, in welchem der rund 70 in Deutschland zu empfangenden türkischen TV-Sender die Belegung von Werbezeit Erfolg hat, sondern auch, auf welche Slogans und Bilder Türken ansprechen und wie die Produkte und der Vertrieb an türkische Bedürfnisse angepasst werden müssen. Oft setzen die Fachleute bei der Differenzierung des Produkts selbst an.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 24.09.2006

Die meistumworbene Zielgruppe unter den Migranten sind die rund drei Millionen Türken in Deutschland. Sie bilden nicht nur die größte Gruppe unter den Ausländern, sie sind auch die wirtschaftlich stärkste. Rund 14 Milliarden Euro geben deutsche Türken pro Jahr für Konsum aus. Sparte die erste Generation der Gastarbeiter noch jeden Pfennig, gebe die junge Generation ihr Geld mit vollen Händen aus, sagt

Yunus Ulusoy vom Institut für Türkei-Studien. Statussymbole seien wichtig, sagt Atilla Ciftci von der Berliner Marketingagentur Beys. DaimlerChrysler begann bereits Mitte der 90er Jahre als eines der ersten Unternehmen, die türkische Zielgruppe zu umwerben und trat trotz aller Professionalität mit einer Kampagne in ein beliebtes Fettnäpfchen des Ethno-Marketing

Tagesspiegel 13.04.2006

Vom Döner-Image zum Ethno-Marketing

Ausländische Unternehmer sind nicht nur Gemüsehändler. Gerade in Berlin nutzen sie ihre Chancen
Yasmin El-Sharif

Dönerverkäufer, Gemüsehändler oder Reisebüroinhaber:

Die Liste ausländischer Unternehmer in Deutschland ist lang. Und sie wird von Jahr zu Jahr länger. Allein in Berlin ist im vergangenen Jahr die Zahl der Betriebe mit einem ausländischen Inhaber oder Geschäftsführer um 27 Prozent gestiegen
http://www.tagesspiegel.de/berlin/art270,2047537

Econy 2006

Zu den Gründern der Berliner Werbeagentur Beys zählt Atilla Ciftci. Seine türkische Abstammung macht ihn unverzichtbar: bei der Entwicklung von Werbekampagnen, die auf Türken zugeschnitten sind. Das Geschäft wird kräftig wachsen, ist Ciftci überzeugt.
Jahrelang wurde die Zielgruppe der Ausländer von den Marketingabteilungen der Unternehmen ignoriert. Dabei leben inzwischen acht Millionen Menschen aus anderen Ländern in Deutschland, außerdem zwei Millionen mit frisch ausgestelltem deutschen Pass.

Viele der Zugezogenen werden von den Botschaften der Werbewirtschaft gar nicht erreicht. Mehr als zwei Millionen der Ausländer sind Türken, für die Werbewirtschaft die interessanteste Gruppe. Auf ihre türkischen Wurzeln legen sie viel Wert. Aber in deutschen Medien können sie sich mit ihrer eigenen Kultur nicht wiederfinden. „Wir sind nicht deutsch, aber auch keine Türken, eher so ein Zwischending“, erklärt Ciftci. „Gerade die Jüngeren sind auf der Suche nach einer Identität, und alles was türkisch ist, berührt sie“, sagt er.

TAZ.DE 15.04.2005

Annäherung durch Handel

Deutschland ist ein Einwandererland. Neben kulturellem Austausch verbindet Alt- und Neubürger vor allem die Wirtschaft. Migranten sind Unternehmensgründer - aber auch Konsumenten. Ethno-Marketing hilft bei der Verständigung
von Tilman von Rohden

Ausländische Mitbürger sind auch Konsumenten. Und da sie in den vergangenen Jahrzehnten in Scharen nach Deutschland kamen, sind sie heute eine

attraktive Zielgruppe für Werber und Vermarkter. Dabei konzentrieren sich die Fachleute aus dem Ethno-Marketing besonders auf die Deutschtürken, denn sie bilden die größte Gruppe. Die 610.000 Haushalte in Deutschland verfügen nach Angaben des Essener Zentrums für Türkeistudien über ein jährliches Nettoeinkommen von insgesamt rund 15,5 Milliarden Euro. Davon geben sie etwa 12,2 Milliarden Euro für den Konsum aus.

Stern.de 21.06.2004

Türken nicht als Konsumenten unterschätzen

Ein Beitritt der Türkei zur EU wäre für den Standort Deutschland ein Zugewinn, glaubt die Geschäftsführerin der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer, Gülay Yasin. Wegen der guten wirtschaftlichen Beziehungen wollten einige Unternehmen ihr Europageschäft von hier aus steuern. "Die türkischen Unternehmen in Deutschland spielen dabei eine Mittlerrolle."
Die Türken in Deutschland sind aber auch als Konsumenten nicht zu unterschätzen. "Sie sind um einiges konsumfreudiger als die Deutschen", sagt Burhan Gözüakca von der Berliner Marketingagentur Beys.

Die konsumfreudige Zielgruppe der unter 40-Jährigen mache unter den Türken mehr als 60 Prozent aus. Unter den Deutschen sei die Gruppe mit weniger als 40 Prozent viel kleiner. Hinzu komme, dass viele Türken für ihre Rückkehr in die Türkei gespart hätten und jetzt doch hier blieben. "Da wird ein riesiges finanzielles Polster frei."
Deutsche Unternehmer schöpften dieses Potenzial bisher aber kaum aus. "Viele haben noch das Bild vom Gastarbeiter im Kopf, das wollen sie nicht mit ihrem Produkt in Verbindung bringen." Lediglich einige große Konzerne wendeten sich mit speziellen Werbeaktionen direkt an türkische Kunden.

Die Zeit Oktober 2002

Die Seele umschmeicheln

Ob Autohersteller, Bausparkasse, Stromanbieter oder Telefonfirma - Ethno-Marketing soll die kaufkräftigen Minderheiten in Deutschland ködern
Sandra Pfister

Vor allem die beratungsintensiven Dienstleister wie Banken, Versicherungen und Bausparkassen können hierzulande bei Ausländern punkten. Ihre komplizierten Verträge verstehen selbst viele Deutsche nicht. Für Türken oder Russen müssen sie nicht nur übersetzt, sondern auch erklärt werden. Und auch das funktioniert nur in der jeweiligen

 Muttersprache - noch besser im persönlichen Gespräch."Die Türken haben eher eine Handschlagsgeschäftsmentalität. Die lesen sich nicht unbedingt die Broschüren durch, sondern kaufen, was ein Nachbar oder Bekannter empfiehlt. Hier kann man mit einem Muttersprachler viel mehr bewirken als mit einer Imagekampagne", sagt Attila Ciftci von der Berliner Agentur Beys. Versicherungen wie die Hamburg-Mannheimer oder die Bausparkasse Wüstenrot schicken daher bereits seit den achtziger Jahren türkische Vertreter durchs Land.

Die ZEIT, Wirtschaft 44/2002

Die Seele umschmeicheln

Ob Autohersteller, Bausparkasse, Stromanbieter oder Telefonfirma - Ethno-Marketing soll die kaufkräftigen Minderheiten in Deutschland ködern

Als einer der ersten erkannte der Pharmafabrikant Dr. Karl Thomae 1987 die türkischen Gastarbeiter als neue Zielgruppe. Wegen ihrer Knochenjobs an den Fabrikfließbändern litten sie häufig unter Rückenschmerzen. Prompt pries das Unternehmen seine Schmerzsalbe Finalgon mit türkischsprachiger Werbung in hiesigen Apotheken und Zeitungen.
Vor allem die beratungsintensiven Dienstleister wie Banken, Versicherungen und Bausparkassen können hierzulande bei Ausländern punkten. Ihre komplizierten Verträge verstehen selbst viele

Deutsche nicht. Für Türken oder Russen müssen sie nicht nur übersetzt, sondern auch erklärt werden. Und auch das funktioniert nur in der jeweiligen Muttersprache - noch besser im persönlichen Gespräch. "Die Türken haben eher eine Handschlagsgeschäftsmentalität. Die lesen sich nicht unbedingt die Broschüren durch, sondern kaufen, was ein Nachbar oder Bekannter empfiehlt. Hier kann man mit einem Muttersprachler viel mehr bewirken als mit einer  Imagekampagne", sagt Attila Ciftci von der Berliner Agentur Beys. Versicherungen wie die Hamburg-Mannheimer oder die Bausparkasse Wüstenrot schicken daher bereits seit den achtziger Jahren türkische Vertreter durchs Land.

Berliner Morgenpost 03.10.1999

Ethnisches Marketing statt Dönerimbiss

Türkische Unternehmen in der Stadt werden verstärkt in anspruchsvollen Branchen tätig
Von Patrick Goldstein

Bis zum Jahr 2010 dürfte sich in Berlin die Zahl der türkischen Unternehmen verdoppeln. Das prognostiziert Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU). Schon jetzt ist absehbar, dass diese Existenzgründer zukünftig verstärkt in den Dienstleistungsbereich vordringen und auch anspruchsvollere Sparten besetzen werden. Ein Beispiel ist die Firma «Beys Marketing und Media

GmbH» in Tiergarten. Zwei junge Türken, ein Diplomkommunikationswirt und ein Absolvent der kaufmännischen Berufsfachschule, entwerfen Werbekonzepte, die die türkische Bevölkerung Berlins ködern sollen. Ihre Kontakte reichen vom deutschen Zigaretten-Riesen bis zum dänischen Käsehersteller. «Ethnisches Marketing», sagt der 28-jährige Firmeninhaber Burhanettin Gözüakca begeistert. «Produzenten, die das heute verpassen, werden es später schwer haben, noch in den Markt hineinzukommen.»

Berliner Morgenpost 05.12.1999

«Total auf dem Konsumtrip»

Deutsche Unternehmen entdecken die Türken als Kundschaft - Ethnisches Marketing gefragt
Von Britta Petersen

Berlin - Seit einigen Wochen hängen in Berlin Werbeplakate einer Bank, deren Botschaft die meisten Passanten gar nicht verstehen. Was zunächst wie ein Desaster für die Werbeagentur aussieht, ist durchaus Absicht. Die Egebank buhlt auf Türkisch um die Gunst der mehr als 165 000 Berliner türkischer Herkunft. Nicht leise, aber fast unbemerkt von der deutschsprachigen Bevölkerung, werben immer

mehr Unternehmen um diese kaufkräftige und konsumfreudige Zielgruppe. «Langsam kriegen auch die deutschen Unternehmen mit, dass die türkische Bevölkerung eine eigene Ansprache benötigt», sagt Attila Ciftci (34), Geschäftsführer der Berliner Werbeagentur «Beys. Marketing  & Media». Zusammen mit seinem Partner Burhanettin Gözüakca (27) und vier Mitarbeitern hat sich der Diplom-Kommunikationswirt auf «ethnisches Marketing» spezialisiert - Werbung, die sich speziell an Kunden ausländischer Herkunft richtet.

CineChart 06/1999

Die neue Zielgruppe

Ein Beitrag von Martin Busche erschienen in der Hauszeitschrift der ProSieben Media AG – CineChart 06/99

Deutsche Unternehmen entdecken eine Marktlücke: Deutsch-Türken Deutschland im Winter 1999/2000: Auf großen Werbeplakaten wirbt eine Bank in türkischen Lettern, ein Mobilfunkunternehmen preist Billigtarife für Gespräche an den Bosporus an – auf Türkisch.

Verwunderung bei den Deutschen, freudige Überraschung bei den in Deutschland lebenden Türken. Die türkische Sprache ist in Deutschland salonfähig geworden. Sie hält sogar Einzug in den Alltag. Der von Erkan und Stefan szenefähig gemachte Türken-Slang ist aus der deutschen Jugendsprache nicht mehr weg zu denken, türkische Diskotheken liegen im Trend und Popstar Tarkan stürmt die deutschen Hitparaden, wie vor ihm keiner seiner Landsleute.

Berliner Zeitung 16.06.1999

Telekom verkauft kablolu TV yayini

Ethno-Marketing wie deutsche Unternehmen Türken umgarnen

Für die türkischen Anzeigen engagieren die Unternehmen türkische Werbeagenturen, die das Konsumverhalten, aber auch Kultur, Mentalität und Wünsche ihrer Landsleute gut kennen. "Es ist nicht damit getan, deutsche Spots türkisch zu synchronisieren", sagt Attila Ciftçi von "Beys". "Die Leute denken dann sofort, da will jemand an unser Geld." Das hat auch die Firma Maggi feststellen müssen. Das türkische Maggi-Kochstudio wurde nach einem Jahr wieder eingestellt, nachdem es nicht den erhofften Erfolg gebracht hat. Der Spot, der auf dem türkischen Kanal lief, war derselbe, den auch die deutschen Fernsehzuschauer zu sehen bekamen.

Doch statt auf deutsch lobte die Dame mit der weißen Schürze die Vorzüge der Würzmischung für Gemüse auf türkisch. Das hat die türkischen Köchinnen dann doch nicht überzeugt, zumal sie ihre Gemüseaufläufe lieber mit scharfem Tomaten- und Paprikamark abschmekken als mit fertigen Gewürzen aus der Tüte. "Wichtig ist, daß in dem Werbefilm oder auf den Anzeigen türkische Fotomodelle zu sehen sind", sagt Atilla Ciftçi. Sie müssen aussehen wie Türken, reden wie Türken und sich benehmen wie Türken. Wer dagegen mit platten Klischees und abgenutzten Bildern versuche, Kunden zu fangen, stoße nur auf Ablehnung. "Halbmond und Stern im Logo oder der Mann mit dickem Schnurrbart, das schreckt potentielle Kunden nur ab", sagt Ciftçi.

HOMEIMPRESSUMKONTAKT