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Berliner Zeitung - 22. September 2013

Entscheidung in der letzten Minute

Den Wahlkampf fand Gözüakca langweilig. Merkel hat ihn enttäuscht. Die großen Themen hätten gefehlt. Jetzt geht der Deutschtürke mit 41 zum ersten Mal wählen - und nimmt seinen Sohn mit in die Wahlkabine.

Kurz bevor Burhan Gözüakca endlich seine Stimme abgeben wird, gibt es doch noch ein Problem. Er hat seinen Sohn mit ins Wahllokal in Reinickendorf gebracht, der Kleine will mit in die Wahlkabine. 

Das macht die Wahlhelfer nervös, sie debattieren kurz, ob die Anwesenheit des fünfjährigen Benans eine Gefahr für den Wahlverlauf im Stimmbezirk 119 bedeutet. Burhan Gözüakca lernt gleich mal die praktischen Fragen der Demokratie kennen. Er blickt zwischen den Wahlhelfern etwas irritiert hin und her.

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/erstwaehler-mit-41-jahren-entscheidung-in-der-letzten-minute,10809148,24400936.html

 

Süddeutsche Zeitung - 28. Mai 2013

Politische Bildung künftig nur noch auf Deutsch

Vor der Bundestagswahl 2009 war eine der zahlreichen Infobroschüren der Bundeszentrale für politische Bildung mit "secim senim" überschrieben. "Du hast die Wahl" heißt das auf Türkisch und sollte die damals etwa 690.000 eingebürgerten Deutschen mit türkischem Hintergrund dazu ermuntern, ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Dieses Jahr wird es eine derartige fremdsprachige Broschüre nicht geben. Das stellte das Bundesinnenministerium auf Nachfrage der Grünen im Bundestag klar.

Das Angebot der politischen Bildung richte sich "an alle interessierten Bürger, unabhängig von ihrer Herkunft", erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Ole Schröder (CDU) in einer Antwort auf eine Frage der Abgeordneten Viola von Cramon. Es werde "daher seitens der Bundeszentrale für politische Bildungkeine mehrsprachigen Wahlfibeln geben".

http://www.duhastdiewahl.de/

 

VBKI Spiegel - April 2013

Ein Stück vom türkischen Honig

Wirtschaft nutzt Migrantenpotenzial selten
Der Berliner Marketingexperte und Buchautor Burhan Gözüakca wundert sich allerdings immer wieder, wie selten die deutsche Wirtschaft dieses Potenzial nutzt „Die Zielgruppe Migranten wird kaum wahrgenommen“, sagt der Deutschtürke in zweiter Generation. Die Absatzchancen zahlreicher Produkte ließen sich erhöhen, wenn man diese 20 Prozent der deutschen Bevölkerung  beispielsweise  durch  Werbe- und Marketingmaßnahmen gezielt ansprechen würde.

Nachholbedarf  sieht  Gözüakca  auch  mit  Blick  auf  Berlin.  Beispielsweise kämen immer mehr türkische Unternehmer in die Hauptstadt, um in Immobilien zu investieren. Doch darauf sei man an der Spree gar nicht eingestellt.  „Berliner Makler sollten türkische Investoren am besten schon in deren Heimat ansprechen,  ihre  Informationsmaterialien  auch  auf  Türkisch  zur  Verfügung  stellen,  Service  bieten“,  sagt  Gözüakca. 

Angesicht  der Vielzahl von Berlinern, die in beiden Sprachen und Kulturen zu Hause sind, dürfte dies doch kein Problem darstellen.

Berliner Unternehmern, die den Schritt in die Türkei machen wollen, rät Gözüakca zu Beratern mit Landeskenntnissen. Denn: „Der türkische Markt funktioniert immer noch ein bisschen nach Wild-West-Manier.“  Businessdeals  würden  hauptsächlich  über Netzwerke und von Angesicht zu Angesicht abgeschlossen. Während  Deutsche gerne schnell zum Wesentlichen kämen und den Kontakt professionell hielten, dienten in der Türkei Small-Talk und  Nettigkeiten  der  Vertrauensbildung.  Wer  sich  dafür  Zeit nimmt, wird laut Gözüakca belohnt: „Wenn Sie einen Türken erst einmal für sich eingenommen haben, dann haben Sie einen Partner auf Lebenszeit.“

www.vbki.de

 

Ost-West-Contact - März 2013

Der Cousin in Deutschland als Geschäftsführer der Europa-Expansion

Große Baustellen wohin man schaut, wilde Zahlen von den Börsen und eine konsumfreudige, junge Bevölkerung, die Geld ausgibt, als wenn es kein Morgen mehr gäbe. Wenn Sie kein Geld haben, kein Problem, der nächste Konsumentenkredit kommt per SMS auf Ihr Handy und Sie können sofort weiter shoppen und die vier, fünf oder zehn Kreditkarten bis zur Schmerzgrenze belasten. So oder so ähnlich ist

der Markt in der Türkei zu beschreiben – ein Schlaraffenland für große türkische Marken, die beflügelt von dem Erfolg im Inland wieder ihre Expansionspläne aus den Schubladen holen, um ausländische Märkte zu erobern.

Kommentar von Burhan Gözüakça im Türkei Special des Ost-West-Contact Magazins
www.owc.de

 

Berliner Wirtschaft - Oktober 2012

Exportgut Ideen

Berlins Ausfuhrquote hinkt im Bundesvergleich hinterher. Doch die Vielzahl international erfolgreicher Dienstleister in der Hauptstadt könnte auch den Industrieexporten zu neuem Schwung verhelfen.

Migranten eröffnen Perspektiven
Der kulturelle Mix der Hauptstadt eröffnet dabei auch neue Geschäftsnischen, wie sie die Ethnomarketing- Agentur Beys besetzt. Beys entwickelt von Berlin aus Konzepte für die werbliche Ansprache von Migranten – von mehrsprachigen Broschüren zur Berliner Abgeordnetenhauswahl bis hin zu Werbeplakaten für die Airline Sunexpress, dem gemeinsamen Billigflieger der Lufthansa und Turkish Airlines. Etwa ein Drittel ihrer Umsätze generiert die Agentur mit ihren Diensten inzwischen schon im Ausland, vor allem in der Türkei. Tendenz steigend.

 

Geschäfte zwischen den Kulturen
„Die Dynamik der türkischen Wirtschaft hat unser Auslandsgeschäft beflügelt“, sagt Burhan Gözüakça. Der gebürtige Türke leitet die Agentur gemeinsam mit Bruder Yilmaz. Während in Deutschland die Etats in der Werbewirtschaft eher stagnierten, habe sich das Volumen der Werbewirtschaft in der Türkei in den vergangenen Jahren um ein Vielfaches gesteigert. Unternehmen aus der Türkei, aber auch aus Russland oder den arabischen Ländern, drängten immer mehr auf den europäischen Markt – gute Geschäftsaussichten für die Berliner Ethnomarketing- Spezialisten, deren Mitarbeiter und Freelancer sich jeweils in zwei Kulturen zu Hause fühlen.

www.ihk-berlin.de

In Bester Gesellschaft - 2011

BEYS ist eine von 50 Erfolgsgeschichten aus der Wirtschaft

Die Herausgeber Dr. Florian Langenscheidt und Dr. Rainhardt Freiherr von Leoprechting sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung haben in Zusammenarbeit mit einer namhaften Jury Unternehmen und Erfolgsgeschichten aus der Deutschtürkischen Wirtschaft ausgewählt und in einem eindrucksvollen Band verlegt.

Das von dem türkischen Staatspräsident Abdullah Gül und dem Bundespräsidenten Christian Wulff mit

Vorworten ergänzte Buch wurde anlässlich des Besuches von Abdullah Gül in Berlin vorgestellt.

Die Agentur BEYS wird in dem Buch als eine der 50 deutschtürkischen Erfolgsgeschichten vorgestellt. Wir bedanken uns bei den Verlegern und der Jury für diese freundliche Anerkennung.

https://www.netzwerk-iq.de/presse/news/meldung/neuerscheinung-in-bester-gesellschaft-100-tuerkische-erfolgsgeschichten.html

 

ZEIT - 29. September 2011

Herr Gözüakça spricht

Wie mitten in der sächsischen Provinz das deutsch-türkische Integrationsproblem angepackt wird

Auf einem Landgut bei Döbeln sollen Deutsche und Türken endlich lernen, miteinander zu reden...
Es läuft mir kalt den Rücken hinunter, als Burhan Gözüakça aus seinem Leben erzählt. Müsste ich, die ich mich doch sonst für so gut informiert halte, nicht

längst von Geschichten wie seiner wissen? Gözüakça wurde von einem Bekannten gefragt, ob er nach Gödelitz kommen wolle. Er ist Deutschtürke in zweiter Generation. Er wirkt nicht wie jemand, der therapiert werden müsste...

http://www.zeit.de/2011/40/S-Goedelitz
von Adina Rieckmann

taz tageszeitung - 24. Juni 2011

Nicht rotierende Gastarbeiter

1961 wurde der Anwerbevertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei geschlossen. 50 Jahre danach bedankt Berlin sich bei den EinwanderInnen.

[...] Jungunternehmer Burhan Gözüakça, Inhaber der Werbeagentur BEYS, erinnerte sich [in seiner Rede] an seinen Vater. Als einer der ersten türkeistämmigen Geschäftsleute transportierte dieser nachts Waren, stand tagsüber im Laden - und starb mit nicht einmal 50 Jahren an zu viel Arbeit.

Da floss manche Träne auch bei den deutschstämmigen Gästen der Festveranstaltung, mit der sich Berlin 50 Jahre nach Abschluss des Abkommens

über die Anwerbung von Arbeitskräften zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei bei den ehemaligen GastarbeiterInnen und ihren Nachkommen bedanken wollte.

Deren Leistung "für den Aufbau der Stadt" werde "viel zu wenig gewürdigt", sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Festsaal des Rotes Rathauses, wo das Gemälde "Der Berliner Kongreß von 1878" an viel ältere deutsch-türkische Beziehungen erinnert. "Sie haben das Land bereichert, im wahrsten Sinne des Wortes. Berlin bedankt sich dafür", wandte sich Wowereit an die etwa 300 geladenen Gäste, zu denen viele VertreterInnen der ersten Generation türkischer EinwanderInnen gehörten.

TAGESSPIEGEL 1.05.2011

Der Mann mit der Maus

Burhan Gözüakcas Agentur entwirft Werbung für Deutschtürken. Er selbst schätzt beide Kulturen.

BEYS ist spezialisiert auf Werbung für die Zielgruppe der Deutschtürken. So betreuen Gözüakca und seine Kollegen eine PR-Kampagne, die ein größeres deutschtürkisches Publikum für dir Deutsche Oper begeistern soll.

Bei seiner Arbeit ist Gözüakca durch und durch Stratege. Umso weniger kann er verstehen, wie derzeit über Migranten debattiert wird:

„Es muss doch darum gehen, Lösungen auszuarbeiten und gemeinsam etwas zu entwickeln.“ Was passiere, sei dagegen eine „Verleumdung“ der Migranten insgesamt. Mittlerweile befinde er sich ständig in der Situation sie gegen falsche Behauptungen verteidigen zu müssen.

Als Ausnahme möchte der Unternehmer nicht wahrgenommen werden. Um ihn herum gebe es Hunderte wie ihn. „Und viele die noch besser ausgebildet sind.“

Karin Schädler

TAZ.DE 15.04.2005

Annäherung durch Handel

Deutschland ist ein Einwandererland. Neben kulturellem Austausch verbindet Alt- und Neubürger vor allem die Wirtschaft. Migranten sind Unternehmensgründer - aber auch Konsumenten. Ethno-Marketing hilft bei der Verständigung
von Tilman von Rohden

Ausländische Mitbürger sind auch Konsumenten. Und da sie in den vergangenen Jahrzehnten in Scharen nach Deutschland kamen, sind sie heute eine

attraktive Zielgruppe für Werber und Vermarkter. Dabei konzentrieren sich die Fachleute aus dem Ethno-Marketing besonders auf die Deutschtürken, denn sie bilden die größte Gruppe. Die 610.000 Haushalte in Deutschland verfügen nach Angaben des Essener Zentrums für Türkeistudien über ein jährliches Nettoeinkommen von insgesamt rund 15,5 Milliarden Euro. Davon geben sie etwa 12,2 Milliarden Euro für den Konsum aus.

Die Zeit Oktober 2002

Die Seele umschmeicheln

Ob Autohersteller, Bausparkasse, Stromanbieter oder Telefonfirma - Ethno-Marketing soll die kaufkräftigen Minderheiten in Deutschland ködern
Sandra Pfister

Vor allem die beratungsintensiven Dienstleister wie Banken, Versicherungen und Bausparkassen können hierzulande bei Ausländern punkten. Ihre komplizierten Verträge verstehen selbst viele Deutsche nicht. Für Türken oder Russen müssen sie nicht nur übersetzt, sondern auch erklärt werden. Und auch das funktioniert nur in der jeweiligen

 Muttersprache - noch besser im persönlichen Gespräch."Die Türken haben eher eine Handschlagsgeschäftsmentalität. Die lesen sich nicht unbedingt die Broschüren durch, sondern kaufen, was ein Nachbar oder Bekannter empfiehlt. Hier kann man mit einem Muttersprachler viel mehr bewirken als mit einer Imagekampagne", sagt Attila Ciftci von der Berliner Agentur Beys. Versicherungen wie die Hamburg-Mannheimer oder die Bausparkasse Wüstenrot schicken daher bereits seit den achtziger Jahren türkische Vertreter durchs Land.

Berliner Morgenpost 05.12.1999

«Total auf dem Konsumtrip»

Deutsche Unternehmen entdecken die Türken als Kundschaft - Ethnisches Marketing gefragt
Von Britta Petersen

Berlin - Seit einigen Wochen hängen in Berlin Werbeplakate einer Bank, deren Botschaft die meisten Passanten gar nicht verstehen. Was zunächst wie ein Desaster für die Werbeagentur aussieht, ist durchaus Absicht. Die Egebank buhlt auf Türkisch um die Gunst der mehr als 165 000 Berliner türkischer Herkunft. Nicht leise, aber fast unbemerkt von der deutschsprachigen Bevölkerung, werben immer

mehr Unternehmen um diese kaufkräftige und konsumfreudige Zielgruppe. «Langsam kriegen auch die deutschen Unternehmen mit, dass die türkische Bevölkerung eine eigene Ansprache benötigt», sagt Attila Ciftci (34), Geschäftsführer der Berliner Werbeagentur «Beys. Marketing  & Media». Zusammen mit seinem Partner Burhanettin Gözüakca (27) und vier Mitarbeitern hat sich der Diplom-Kommunikationswirt auf «ethnisches Marketing» spezialisiert - Werbung, die sich speziell an Kunden ausländischer Herkunft richtet.

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